Du suchst kontrollierbares Licht für Outdoor- Locations? Hier zeige ich es dir!

Zum gefühlt hundertsten Male kraxelte ich zu meinem kleinen Aufsteckblitz, der friedlich in einer tiefhängenden Astgabel ruhte und mein Modell mit etwas buntem Streiflicht versorgte. Zumindest sollte er das. Zur Zeit ertränkte er sie eher darin… Ein paar Werte herunter gedreht, wieder zurück zu meinem vorherigen Standpunkt, Modell wieder in Pose gebracht.. klick. Gut so, der Kleine in der Astgabel machte jetzt alles richtig, doch nun schob sich eine weitere Wolke vor die heute eh launische Sonne und nahm mir das letzte Quäntchen Licht. Vielen Dank auch. Also erstmal wieder das Hauptlicht - ebenfalls ein Reportageblitz, hier aber auf einem Stativ und mit einer kleinen Softbox - aus seiner luftigen Höhe holen und anpassen. Es war mir vorhin eh noch etwas zu hell und würde nun völlig überbelichten; anschließend das orange Streiflicht in der Astgabel kontrollieren - es könnte jetzt zur Lichtzange werden.

Na klar, ich könnte auch einfach die Blende schließen, aber das Bokeh… Gut, dass das Modell und ich uns gut kannten, sonst wäre das hier grad echt peinlich - mehr Kilometer ums Set als Fotos mit der Kamera gemacht.


Eins war klar: nie wieder ohne Assistenz… oder gibt vielleicht noch eine andere Lösung gegen dieses Herumrennen?



1. Die Suche nach der Fernsteuerung


Dieses Szenario war nicht das erste seiner Art - aber eines der anstrengendsten. Ich habe sehr gern Sessions irgendwo draußen im Nirgendwo - allerdings bin ich auch ein Freund von kontrolliertem Licht. Knallige Sonne ist jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei, ständige Licht-Schatten-Wechsel bei bewölktem Himmel können auch recht nervig sein. Und wenn man schon irgendwo schattig steht - zum Beispiel in einem Wald oder zwischen hohen Häuserwänden - wirken die Bilder ohne das dann nötige Licht relativ platt und fahl.

Da ich also kontrollierbares Licht bevorzuge, aber auch um die Schönheit und das Flair von Outdoor- Locations weiß, besitze ich seit ewig und drei Tagen zwei Reportageblitze mit Infrarotfernbedienung. Um genau zu sein: einen Auslöser (auf der Kamera) und einen Empfänger für einen der zwei Blitze, der zweite spielt dann per Lichtsensor mit. Ist das Umgebungslicht allerdings zu hell - Überraschung Überraschung - löst er über diese Funktion nicht mit aus. Oder auch, wenn Modell oder Accessoire den Blitz verdecken, kann dieser das Licht des auslösenden Blitzes einfach nicht "sehen". Glaub mir, das hat mir schon einige graue Haare beschert.


Hier zu sehen: 3x outdoor, 3x "trotzdem" geblitzt


Natürlich hätte ich mir einfach einen zweiten Empfänger kaufen können.

Das kleine Teil löst aber mein größtes Problem nicht: diese Infrarotauslöser können nur eins, auslösen. Du kannst damit aber nicht die Leistung des Reportageblitzes verändern. Für Nikon- eigene Blitze gibt es dafür ein nettes Zubehörteil - war mir aber immer zu teuer. Und was wäre, wenn ich mir einen weiteren Reportageblitz von einer anderen Firma zulege? Ich stünde wieder vor dem gleichen Problem.

Also suchte ich weiter. Und irgendwann stolperte ich nicht nur über eine Lösung für meine Reportageblitze, sondern auch über einen leistungsstarken Akku- Blitz, den AD 200 pro von Godox. Sowohl dieser Blitz als auch meine Reportageblitze würden sich über ein Fernsteuerrungssystem* von Godox auslösen UND einstellen lassen. Dazu benötigte ich natürlich auch noch den Empfänger* für den Reportageblitz.



2. Warum braucht man einen Akku- Blitz?


Mein Problem mit Outdoor- Locations war immer der fehlende Stromanschluss für meine Studioblitze. Natürlich habe ich mir immer mit meinen Reportageblitzen ausgeholfen, doch fehlte es den kleinen Dingern manchmal einfach an genügend Leistung. Besonders, wenn der Bildausschnitt doch mal ein weiterer war und der Blitz nicht direkt in der Nähe des Modells stehen konnte. Auch in Kombination mit einem großen Lichtformer fehlte es mir dann häufig an genügend Bumms, um das Licht so zu haben, wie ich es mir vorstellte. Hätte ich mit einem Aufsteckblitz auch noch ein Grid verwenden wollen - ciao, da bleibt kaum noch Licht übrig.

Natürlich sind die 200Ws, welche der AD200 mit sich bringt, auch nicht weltbewegend - machen aber im direkten Vergleich einen klar sichtbaren Unterschied. Davon abgesehen gibt es von diesem Hersteller auch noch leistungsstärkere Modelle - für den Anfang sollte mir dieses Prachtstück allerdings reichen.

Was ich an der Lösung von Godox ebenfalls sehr attraktiv finde, ist die Tatsache, dass der Akku in dem Blitz steckt und nicht, wie bei anderen Marken, kabelgebunden daneben steht. Ja klar, hier reden wir dann von doppelt so viel Leistung, trotzdem finde ich weder die Schlepperei zum Set noch das Hantieren mit den Kabeln draußen besonders toll.



3. Hier der Vergleich


Neben diesem neuen Blitz bestellte ich mir sowohl den Fernauslöser, als auch zwei Empfänger für meine Reportageblitze. Damit konnte ich direkt das anfangs geschilderte Problem des Herumrennens beheben.

Kernstück meiner Bestellung war aber auch der AD200 pro. Und diesen wollte ich nun im direkten Vergleich sehen mit meinem Reportageblitz - Nikon SB 800 - und meinem Studioblitz - Elinchrom RX one. Da es zur Zeit eher ein schwieriges Unterfangen ist, mit anderen Menschen Fotos zu machen, wählte ich als Modell einen Styroporkopf namens Kim - so heißen alle meine Schneiderpuppen und Köpfe.

Kim hat vor allem den Vorteil, dass bei der vorliegenden „Anatomie“ ein schönes hochfrontales, etwas links versetztes Licht gesetzt werden kann und somit ein einfacher Vergleich meiner drei Blitze schnell gemacht war.

Zum Vergleich stand der Blitz immer in der gleichen Entfernung, alle drei Blitze steckten in einer Softbox und mussten ihr Licht in höchster Leistungsstufe durch eine Blende 14, 1/125s und ISO 100 schicken.

Wir sehen hier in Reihenfolge: Elinchrom // Godox // Nikon



Und es ist nicht überraschend: der kompakte Akkublitz von Godox (Mitte) schlägt nicht nur den Nikon- Reportageblitz (rechts), sondern auch den Elinchrom- Studioblitz (links). Als einziger gemeinsamer Vergleichswert tat sich letztlich die Leitzahl hervor, welche bei Godox (mit Blitzlampe, nicht mit Reportageaufsatz!) mit einem Wert von 60 am höchsten ist, gefolgt von Nikon mit einem Wert von 38 und zuletzt Elinchrom mit 32.


Exkurs: Die Leitzahl eines Blitzgerätes gibt an, in welcher Reichweite in Abhängigkeit zur Blende eine korrekte Belichtung erfolgt. Bildet man den Quotienten aus Leitzahl und Blende, erhält man damit die Reichweite. Diese Formel kannst du nach allen Werten umstellen. Letzten Endes gibt die Leitzahl unter gleichbleibenden Bedingungen die Reichweite des jeweiligen Blitzes an und bietet sich als guter Vergleichswert an.



Allerdings sorgt die ringförmige Blitzröhre des Studioblitzes von Elinchrom dafür, dass das Licht weicher verläuft und der Übergang von Licht zu Schatten fließender ist als bei dem etwas „stärkeren“ Reportageblitz, welcher trotz Streuscheibe und Weitwinkel- Einstellung ein wesentlich gerichteteres Licht erzeugt, bei welchem der Übergang von Licht zu Schatten härter verläuft - dadurch streut das Licht weniger in die Umgebung, wie es das ganz offensichtlich bei Godox und auch bei Elinchrom macht.

4. Was habe ich jetzt davon?


Gute Frage. Next.

Nein, im Ernst: für mich die Gewissheit, dass sich die Anschaffung des Godox- Blitzes voll gelohnt hat. Ich habe für einen wirklich guten Preis einen Akkublitz mit guter Leistung, eine schon ewig schmerzlich herbeigesehnte Funksteuerung für meine Reportageblitze und eine Halterung mit Bajonettanschluss bekommen. Mit dieser Halterung kann ich alle meine Lichtformer aus dem Studio auch mit dem Godox nutzen.


Das alles bringt mir outdoor unheimlich viel Licht an Steckdosen- freien Orten, welches ich von meinem Standpunkt aus fernsteuern kann. Somit entfällt demnächst bei Fotosessions das Herumrennen. Ausserdem kann ich kleine Effektblitze irgendwo im Set platzieren, ohne dass ein Sichtkontakt zum Auslöser bestehen muss: Funk ist hier das Zauberwort!

Unterm Strich: alles richtig gemacht!


Somit kann ich dir eine detaillierte Planung oder Optimierung deines Blitz- Workflows wärmstens ans Herz legen! Kaufe nicht das Erstbeste - tausche dich mit anderen Fotografinnen aus und ließ Erfahrungsberichte. Das spart Geld und Nerven.


In diesem Sinne: frohes blitzen!


Ach ja, wenn du dir das Ganze als Video anschauen möchtest, findest du es auf Instagram in meinem IGTV.

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Empfehlungen zum Nachshoppen:

Godox AD200 pro*

Elinchrom RX One* ohne Zubehör

aktueller Nikon Aufsteckblitz SB5000* (ist ähnlich zu meinem im Test verwendeten SB800)



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