So rettete mich meine Taschenlampe im Supercandy-PopUp-Museum!

Pink. Alles. Wirklich alles. Wie konnte eine ganze Halle pink sein? Teppich, Wände, Kleidung der Angestellten, Inneneinrichtung.

Wir ließen unsere Tickets für das Supercandy- PopUp- Museum abstempeln und schauten uns etwas ungläubig im großen Vorraum um. Neben einem riesengroßen Lolli, auf welchem man bequem Platz nehmen konnte, gab es eine Schmink- Theke mit vielen Sitzplätzen, einen Info- Point mit zig pink angezogenen Angstellen und Aussicht auf die erste große Fotowand: ca. drölfzigtausend pink-rosa-farbene Luftballons in allen erdenklichen Größen luden zu einem Selfie ein. Und von dort aus ging es weiter in die Haupthalle mit ihren bunten Überraschungen. Und noch mehr pink natürlich.



1. Was ist das Supercandy- Pop-Up- Museum?


Nachdem wir, die zwei Models, zwei weitere Fotografen und ich, die große Haupthalle betreten hatte, standen wir mitten in Willi Wonkas Schlachtfest. Es glich einer Süßigkeiten- Explosion, welche auch viele bunte Farbtöpfe auf dem Gewissen hatte. Stell dir eine alte Lagerhalle vor, so richtig groß. Nun nimmst du dir mehrere LKW mit großen Tanks voller pinker Farbe. Diese gießt du einmal aus, fertig ist der Fußboden. Ähnlich verfährst du mit den Wänden. Sehr gut, die Basis steht. Als nächstes baust du dir an den Wänden entlang ganz viel Séparées, und diese malst du mit vielen knalligen Farben an. Zur Krönung stellst du nun in jeden dieser kleinen Räume abgefahrene Sachen: überdimensionale Luftballontiere, riesige Lakritzschnecken, Schaukeln aus Zuckerstangen - Supercandy eben.

Natürlich dürfen zwischendrin unglaublich große Bällebäder in den abgefahrensten Farben nicht fehlen, garniert mit Schwimmtieren und anderem Schnickschnack.

Fertig ist das Supercandy- PopUp- Museum.




PopUp heißt das Ganze, da es nach einer festgelegten Zeit wieder verschwindet. Es wird aufgebaut, genutzt und dann schließen die Pforten nach vielen Monaten des zuckersüßen Spaßes. Ich war 2019 und 2020 jeweils dabei. Das Museum (dazu kommen wir gleich) von 2019 fand in einem abrissbereiten Gebäude statt, welches mit der Nutzung als PopUp seine letzte Aufgabe fand. Danach wurde es dem Erdboden gleich gemacht. 2020 fand in einer großen Gewerbehalle statt, welche noch immer steht - durch die Pandemie bedingten Schließungen wurde das Event des PopUps bis August 2021 verlängert.

Und warum jetzt Museum? Die ganze Sache wird als Selfie- Kulisse in PopArt- Manier genutzt. Neben einem kunstvollen Charakter bietet es allen Handynutzern die Möglichkeit, eins zu werden mit den ausgestellten kleinen Kunstwerken - welche extra für diesen einen Zweck erbaut wurden.


2. Wenn einem das Laptop abhanden kommt


Unsere Gruppe arbeitete sich gewissenhaft durch viele Locations. Und es gab dort wahrlich viele! Wir hatten neben Lichttechnik auch einige verrücket Accessoires und Kleidungsstücke dabei, welche die Modelle mit ihrem Fundus kombinierten und so für viel Abwechslung in den Aufnahmen sorgten. Nach ca. 2h wurde man von dem freundlichen Personal verabschiedet - denn für einen längeren Zeitraum reicht dein Ticket nicht.

Mit vielen Aufnahmen kehrte ich nach Hause zurück und freute mich schon sehr auf die Sichtung. Die Aufnahmen landeten sofort auf meinen Laptop, die Speicherkarte nutzte ich anschließend für weitere Fotosessions. Und dann geschah das, was man einfach nicht glauben konnte: jemand stahl das Laptop aus meinem Auto, während ich es belud! Ich war fassungslos. Neben vielen Aufnahmen für mein Studium, waren sowohl zwei Newborn- Sessions und alle Bilder des Supercandy- Besuchs dabei. Durch viel Stress und Hektik im Studium war ich in der vergangenen Woche einfach nicht dazu gekommen, eine Sicherungskopie anzufertigen.

Also stand ein zweiter Besuch im Supercandy an - welches zu diesem Zeitpunkt ja noch stand und geöffnet hatte. Was für ein Drama.


3. Immer dieses Licht


Nun konnten wir mit etwas mehr Planung an die Sache herangehen und wussten, was wir in unser Reisegepäck packen wollten. Einige Accessoires fanden dort ebenso wieder ihren Platz wie eine Auswahl an Lichtequipment. Für diesen Einsatz nutzte ich natürlich meinen Reportageblitz und die dazu passende kleine Hectabox. Nimmt nicht viel Platz weg, ist nicht zu schwer und schnell auf- und wieder abgebaut.

Im zweiten Anlauf nahmen wir uns die gleichen Locations vor wie beim ersten Mal und konnten recht schnell voran kommen. Aber auch diesmal musste etwas schief gehen: die Akkus meines Blitzes versagten! Warum sollte es auch einfach einmal wie am Schnürchen laufen?



Und glaub mir: das Neonlicht vor Ort ist für eine Fotosession nun wirklich nicht geeignet. Weder schmeichelt es den Modellen, noch kannst du es irgendwie kunstvoll einsetzen.

Nach kurzem Grübeln und Fluchen fand ich in meiner Fototasche meinen Retter: eine leistungsstarke Taschenlampe*.

Diese hatte ich mir auf Anraten zweiter Industriefotografen zugelegt. Man kann damit nicht nur bei Nahaufnahmen spannende Effekte durch punktgenaue Beleuchtung oder feine Spiegelungen erzeugen. Nein, dieses Modell kann auch breitere Flächen ausleuchten.

Also drückte ich meiner bezaubernden Assistentin die Lampe in die Hand und ließ sie damit den Blitz ersetzen. Und die Aufnahmen wurden wirklich spannend!



Dem Foto ist es am Ende egal, ob das dort abgebildete Licht aus einer Taschenlampe, einem Blitz mit Lichtformer, einem Dauerlicht oder von der Sonne kommt. Die Taschenlampe ist quasi nichts anderes als ein spezieller Lichtformer - ihr Licht hat was von einem Snoot- Vorsatz, oder vielleicht einem Grid. Scharf gezeichnete, harte Schatten, kleiner Lichtkreis (wobei es hier auf das Modell ankommt, bei meiner Lampe lässt sich der Durchmesser des Lichtkreises variieren), dadurch hohe Kontraste und wenig flächige Ausleuchtung. Ich sage dir: Versuch macht kluch! Schnapp dir die nächste Taschenlampe und mache damit spontan ein Paar Portraits! Es wird anders!


4. Aufregende Locations neu entdecken


Natürlich ist das Museum auf den erste Blick eine wahr gewordenen Reizüberflutung. Meine Synapsen mussten sich nach dem ersten Pink- Overkill erst einmal beruhigen und und sich neu verdrahten. Im Affekt neigt man dazu, das Modell einfach in das optisch auffallende Set zu stellen und stumpf den Auslöser zu drücken. Immerhin haut einem das Set sämtliche Farbspektren um die Ohren - das muss doch eigentlich für ein gutes Bild reichen. Oder?

Natürlich kann es einem genügen, wenn das Modell mitten im Bällebad hockt und man einfach davon ein Bild macht.

Da sich ein Großteil unserer lustigen Gruppe mitten im Fotografiestudium befand, war ein einfaches „Stell dich da mal hin“-klick nahezu undenkbar. Wir kraxelten in den einzelnen Sets herum, suchten andere Perspektiven, warfen mit den Bällen aus dem Bällebad um uns oder hielten irgendwelches Zeug vor unsere Objektive. Und schlussendlich musste meine Assistentin dann noch mit der Taschenlampe herumfuchteln.

Für die anderen Museums- Besucher mochte dies mitunter etwas schräg gewirkt haben…. egal!

Allein wenn du mal auf einen Hocker steigst, dich auf den Boden legst, Dinge seitlich ins Bild hältst oder dein Modell bittest, Möbel nicht wie gedacht zu nutzen, können völlig skurrile und interessante Bilder entstehen. Probiere es einfach mal aus!



5. Ein Jahr später…


Auch im nachfolgenden Jahr, 2020, hatten wir die Chance, noch kurz vor der Pandemie - aber schon unter Hygienebeschränkungen - das zweite Supercandy- Museum zu entdecken. Auch diese Mal gab es unglaublich viele neue Welten: neben den obligatorischen Bällebädern gab es ein comichaftes Schwarz-Weiß-Set, kleine Bällebäder mit neonfarbenen Bällen, einen pinken, begehbaren Tresorraum mit bergeweise Geldscheinen, eine pinke Gefängniszelle und japanische Kirschbäume. Auch hier tobten wir uns aus und ließen der Kreativität freien Lauf. Besonders der Shopping- Bereich mit Regalen voller pinker Schachteln, Dosen und anderem Zeugs hatte es uns angetan. Das schöne ist: solange du sorgfältig mit den Dingen umgehst und nach dir wieder aufräumst, kannst du dort schalten und walten, wie es dir gefällt.




Leider hatte ich diesmal keine Assistenz dabei, welche mir das Licht hätte stellen oder halten können (ich liebe Lichtgalgen!!) - dadurch dauerten viele Aufnahmen einfach länger, weil ich selber zwischen Kamera und Lichtstativ herumrennen musste. Ich habe auch gelernt, das Stativ mit der Lende zu fixieren und einhändig die Kamera zu nutzen. Ganz schön kräftezehrend war das.

Dieser Zirkus hing vor allem damit zusammen, dass die Gruppengröße auf Grund der Hygeinemaßnahmen gering gehalten wurde.

Trotzdem hatten wir viel Spaß und konnte auch diesmal wieder eine Menge Bilder umsetzen.


6. Würde ich noch einmal hingehen?


Das ist eine schwierige Frage. Ich mag es, mich spontan diesen völlig verrückten Sets zu stellen. Natürlich kann man schon vorher in einschlägigen Socialmedia- Kanälen einen guten Überblick über die einzelnen Sets erhalten. Live ist es aber noch mal etwas ganz anderes.

Der Stress, fix in einem Set fertig zu werden, weil andere Besucher dort ebenfalls Bilder machen wollen, ist mir manches Mal zu viel. Wenn man dort ist, möchte man auch ein vernünftiges Bild machen - und von husch husch halte ich nicht so viel.

Sollte in 2022 ein völlig krasses Supercandy eröffnen, könnte ich mir mit einem coolen Konzept das Ganze noch einmal vorstellen. Für die Version aus 2020 hatten wir uns auch viele Gedanken gemacht, welche Outfits gut passen würden und was wir dort umsetzen möchten.

Außerdem würde ich nachfragen, ob es die Möglichkeit gäbe, dort auch für länger als 2h anwesend sein zu können. Soweit ich weiß, kann man für Videodrehs etc. extra Slots buchen, welche dann nur dieser Gruppe gehören.

So könnte man dort noch einmal ganz anders arbeiten. Doch bis dahin ist es noch lange hin - wer weiß, was bis dahin noch alles fotografisch bei mir passieren wird!


So war es also im Reich des Zuckers und der Selfie- Sticks. Über Fragen freue ich mich sehr! Schreibe sie mir einfach in die Kommentare.

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