Zum ersten Mal Mode fotografiert - noch nie gemacht, trotzdem gerockt Teil 2

Aktualisiert: Jan 13

Nun sitze ich hier und überlege, wie ich dich gut gelaunt und inspiriert mit auf die aufregende Fahrt zu unserer ersten location mitnehmen kann. Okay, lass uns „ich packe meinen Koffer“ spielen. In meinem Falle eher die Fototasche.

In der Regel packe ich am Vorabend meine Tasche zusammen. Ich überlege jedes Mal, welche Objektive ich brauche, welche nicht, und packe am Ende alle ein. Man kann ja nie wissen.

Was man immer checken sollte: sind die Speicherkarten leer? Der Akku für die Kamera voll? Wo ist der Ersatzakku, der auch voll sein sollte? Brauche ich noch geladene Akkus für die Reportageblitze?

Sobald alle zu ladenden Dinge an diversen Steckdosen verteilt waren, konnte das Packen der Fototasche erst einmal pausieren.



1. Los gehts - erster Shootingtag

Ich packte in der Früh meine Tasche zu Ende, checkte noch einmal meine Liste. Ja, mach dir eine Liste. In der Vorfreude vergisst man manchmal das Wesentliche. Den Akku aus dem Ladegerät zum Beispiel. Und ohne den fotografiert es sich schlecht. Schaffe dir selber kleine Hindernisse: wenn die Kamera noch ohne Speicherkarte oder Akku ist, lege sie mit offenem Fach auf die Tasche. So musst du sie vor der Abfahrt noch einmal in die Hand nehmen.

Los ging es zum Studio, die restliche Technik abholen.

Auch mein Assistent kam pünktlich bei mir am Studio an und wir packten gemeinsam das Auto. So konnte ich ihn - ein absoluter Neuling in dem Bereich - schon einmal gut einweisen und mit dem Equipment vertraut machen. Vorsicht: das geht nur mit Leuten, denen du blind vertraust und schon lange kennst. Wir packten noch ein paar Licht- Galgen ein, Stative, Schirme und Farbfolien. Ich verlinke dir mal am Ende des Artikels ein tolles Set, welches prima auf Reportageblitze passt und keine Farbwünsche offen lässt. Dazu kam noch mein Studiokoffer ins Auto. Dieser enthält Kram. Und zwar ganz viel Kram. Neben Wäscheklammern und Architektenklemmen findest du einen Zollstock, diverse Kabel, Adapter, Klebeband in verschiedenen Ausführungen, Stecknadeln, Angelschnur, und und und. Er ist einfach dein absoluter Lebensretter. Zu diesem Zeitpunkt wünschte ich mir einen faltbaren Bollerwagen. Den hatte ich aber nicht. Zum Glück hatte ich ja meinen Assistenten.


Allein die Wiesen sahen schon wie ein Gemälde aus

2. Gemälde erschaffen und Tanz

Alle trafen pünktlich an der malerischen Park- location ein. Das erste der beiden Modelle wurde sogar schon ausgiebig von der Visagistin geschminkt. Nach dem großen Hallo gingen Julia, mein Assistent und ich zum ersten spot und ich baute mein Equipment auf. Nach einigen Lichttests konnte es losgehen.



Die Modelle und wir waren von der location wirklich angetan, die Sonne schien, das Licht war großartig. Die positive Stimmung zog sich durch die gesamte Session- Dauer. Im Nu entstanden Bilder, welche an alte Gemälde erinnerten. Das Sonnenlicht und die wunderschönen Pflanzen taten ihr übriges für diesen Eindruck.



Durch unsere gute Vorbereitung wussten alle, was wir zusammen vor hatten. Dies führte zu vielen abwechslungsreichen Bildern und ließ auch noch Zeit für das eine oder andere Experiment. Julia wünschte sich ihre Ponchos in Bewegung, im Sprung, in Drehungen. Da eins der beiden Modelle Tänzerin ist, ließ sich dies von ihr in Null Komma nix umsetzen.

Mein Assistent - zum ersten Mal an einer solchen Location und einer solchen Situation unterwegs - schlug sich prima. Neben Licht und Equipment kümmerte er sich auch um Kleinigkeiten wie herunter gefallene Ästchen auf dem Weg oder andere störende Gegenstände im Bild, die man einfach wegräumen konnte. So etwas erspart dir unglaublich viel Zeit in der Nachbearbeitung.




Der Tag verging wie im Flug. Natürlich war ich anfangs wirklich aufgeregt. Man weiß ja nie, was die anderen so von einem erwarten, ob die Bilder am Ende allen gefallen. Nach gut 3 Stunden harter Arbeit konnten wir auf eine wirklich erfolgreiche Session zurück blicken. Julia und ich freuten uns schon sehr auf die zweite Runde.





3. Zweiter Tag - alles auf Anfang

Anderer Tag, andere Location. Mein Assistent, das Model und ich trafen uns mit Julia an der industriellen Kulisse, dem Atelier eines Künstlerkollegen. Dort angekommen, richtete sich das Model einen Platz fürs MakeUp ein und legte nach kurzer Absprache mit Julia los. Derweil zogen der Assistent und ich über das Gelände und begutachteten all die vielen Möglichkeiten.



Julia und ich entschieden uns dann für die ersten Sets und wir bauten das Equipment auf. Hier kamen endlich die Farbfolien zum Einsatz, da die abgerockte Kulisse solch modernen Spielereien zuließ. Neben einem umgekippten, riesigen Baumstamm gab es bunt bemalte Ölfässer, einen kleinen Bambuswald und bröckelige Mauern. Hier konnte das Model sich im Posing wirklich austoben und sich von der vielfältigen Kulisse inspirieren lassen.


Bambuswäldchen und farbiger Blitz - fertig ist die Traumkulisse

Da wir das Tageslicht unbedingt ausnutzen wollten, arbeiteten wir uns von draußen nach drinnen vor. Auch im Inneren hatte die Location viel zu bieten. Ausgefallenen Möbel, alte Fahrräder, Gemälde im Hintergrund, Industriefenster, Stahlträger - was will das Ruhrpottkind mehr?


Wenn man ein Ölfass findet, sollte man es einbauen

Auch hier tobten wir uns gut 3 Stunden aus und fanden uns am Ende in einer gemütlichen Sitzgruppe wieder, in der wir uns die Ergebnisse des Tages auf dem Laptop anschauten. Wir konnten wirklich zufrieden sein!



4. Rückblick

Mit meinem Diplom in der Tasche, auf der Couch liegend, denke ich an diese zwei Tage zurück. Überlege, welche Bedenken ich hatte, wie unsicher ich anfangs war. Mit viel mehr Erfahrung kann ich sagen: wenn sich dir solche Gelegenheiten bieten, nimm sie in den Arm, freunde dich mit ihnen an und habe Spaß daran! Sollten sie sich dir nicht bieten: verschaffe sie dir!

Heute habe ich weiterhin nicht viel mit Modefotografie zu tun. Aber ich lehne solche Aufträge auch nicht ab. Ich konnte lernen, wie man damit umgeht und sein eigenes Ding daraus machen kann - natürlich in Absprache mit den Beteiligten. Außerdem ist Mode längst nicht nur das, was wir im Fernsehen eingetrichtert bekommen. Und ich zehre noch heute von den Erfahrungen dieser zwei Tage. Ich konnte Kontakte knüpfen, mir Wissen aneignen, gute Bücher zulegen, tolle Bilder machen, die noch jetzt in meinem Portfolio sind. Es stellte sich immer wieder heraus: bei aufwendigeren Sessions ist Planung einfach alles. Du musst daran nicht festhalten, aber solltest du vom Weg abkommen, kannst du jederzeit auf deinen Session- Plan zurückgreifen.

Was man auch nie vergessen sollte: Spaß hat’s gemacht!


Nun schalte ich meinen Laptop aus und genieße den Rest des Tages.

Du hast eine Frage zu der Session? Oder zu anderen Fotothemen? Du möchtest mir eine nette Kritik dalassen? Dann einfach rein damit in die Kommentarfunktion! Ich freu mich drauf.


Tschüss!


In einem Traum kann man auch zu zweit tanzen

p.s.: Ich habe hier eine kleine Packliste als Inspiration und einen Überblick meines Studiokoffers für dich.


link für Farbfolien

kleine Packlisten -Inspo

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